Wissenswertes aus der #Wisskomm 19-01

Foto: William Bossen

Thema #Klimakommunikation

Die umfangreiche und kontroverse Berichterstattung zur Klima-Thematik stellt Forschende verstärkt vor die Aufgabe, sich Gehör zu verschaffen, ihre Expertise weiterzugeben und der Öffentlichkeit auch Unsicherheiten souverän zu vermitteln. Im Hinblick darauf widmet Wissenschaftskommunikation.de diesem Thema ebenfalls einen eigenen Schwerpunkt.

Hier hervorgehoben sind Ansätze und Tipps für Forschende, die sie bei ihrer Kommunikation berücksichtigen können, um die Gesellschaft anzusprechen und mit einzubeziehen.

Den Konsens kommunizieren

Immer mehr Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wollen aktiv die Jugendlichen unterstützen, die jeden Freitag für den Klimaschutz demonstrieren und schließen sich der Scientists for Future (S4F) Bewegung an. Sie betonen, dass die Wissenschaft verpflichtet sei, sich in diesem Fall klar zu positionieren und wurden für ihren Einsatz mit dem diesjährigen Bundespreis für Nachhaltigkeit in der Kategorie Politik ausgezeichnet. Vertreter und Vertreterinnen deutscher Regionalgruppen berichten in ihren Statements darüber, was sie motiviert und was sie von ihrem Engagement erwarten (1/2/3/4).

Position zu beziehen ist die eine Sache, doch wie kann man die Menschen tatsächlich zum Handeln bewegen? Forschende aus dem Bereich der Kommunikationswissenschaft und der Klimakommunikation geben interessante Denkanstöße und Einblicke. Wichtig sei, dass der wissenschaftlichen Konsens bezüglich des Themas stärker hervorgehoben und mehr Wert auf das richtige framing gelegt werde.

Eine Möglichkeit, den Konsens der Forschung bezüglich des Klimawandels effektiver zu vermitteln, könnte auch der Umstieg vom Medium Text zum Video sein. Darauf deutet eine Untersuchung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Yale University hin.

Journalismus und Klima

Journalistinnen und Journalisten sollten mit Forschenden sprechen, wenn es um lokale Maßnahmen für den Klimaschutz geht – das berichtet Kommunikationswissenschaftlerin Irene Neverla. Auf dem K3 Klimakongress in Karlsruhe betont sie im Interview, dass sowohl die Zusammenarbeit von Journalistinnen und Journalisten unterschiedlicher Ressorts, als auch der Fokus auf Projekten vor Ort die Berichterstattung über den Klimawandel effektiver gestalten könne.

Aufmerksamkeit für und Glaubwürdigkeit von Forschenden

Wie werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler als Experten und Expertinnen auf ihrem Gebiet von der Öffentlichkeit wahrgenommen? Sie teilen sich in US-amerikanischen Medien häufig die Aufmerksamkeit mit Klimaskeptikerinnen und Klimaskeptikern, wie Forschende der University of California feststellten. Die Forschenden kritisierten die falsche Bemühung um Neutralität vonseiten der Sender, die beide Parteien gleichwertig zu Wort kommen ließen.

Bezogen auf ihre Glaubwürdigkeit können Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler jedoch aufatmen: Der Wellcome Global Report 2018 dokumentiert, dass Menschen in Deutschland, Österreich und der Schweiz Forschenden im Durchschnitt ein mittleres bis hohes Vertrauen entgegenbringen. Außerdem sind Sie zu großen Teilen daran interessiert, mehr über Wissenschaft zu erfahren. Dies stützt auch eine repräsentative Umfrage aus der Schweiz, die eine große Bereitschaft der Bevölkerung aufzeigt, sich für bürgerwissenschaftliche Projekte zu engagieren.

Emotionalität hilft bei der Kommunikation im Allgemeinen. Überschwängliche Begeisterung kann bei Forschenden allerdings das Vertrauen des Zielpublikums in ihre Aussagen verringern, wie eine Studie der Universität Münster zeigt.

Kreative Ansätze und hilfreiche Tipps

Wie kann und soll eine gute Klimakommunikation nun aussehen? Der Geowissenschaftler Michael Fritz stellt seinen Wissenschaftscomic „es taut“ vor, mit dem er Kinder und Jugendliche für das Thema Permafrost sensibilisieren will.

Auch Forschende des Instituts für Klimaschutz, Energie und Mobilität wagen einen neuen Ansatz: Gemeinsam mit einer Grafikagentur entwickelten sie ein Malbuch, das ausgewählte Themenbereiche der Energiewende einfach zugänglich machen soll.

Passend zum Schwerpunktthema bieten außerdem eine Reihe von Leitlinien Orientierung bei der Kommunikation von Klimathemen. Sie sollen Forschende darin unterstützen, Vorbehalten entgegenzutreten, Unklarheiten souverän zu vermitteln, die richtigen Bilder oder Visualisierungen zu nutzen und insgesamt eine effektive Klimakommunikation zu erreichen.

 


Wissenschaftskommunikation.de ist ein gemeinsames Portal von Wissenschaft im Dialog (WiD) mit dem Nationalen Institut für Wissenschaftskommunikation (NaWiK) und der Abteilung Wissenschaftskommunikation am Institut für Germanistik: Literatur, Sprache, Medien des Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Diese News stellen Canan Edemir, FSJlerin am NaWik, und Vanessa Knobl, Praktikantin am NaWik, für uns zusammen.