Wissenswertes aus der #Wisskomm 19-02

Die Zukunft der Wissenschaftskommunikation und die Rolle von Forschenden im Austausch mit Gesellschaft und Politik waren im November die zentralen Themen auf Wissenschaftskommunikation.de

Strategien und Standpunkte

Für viel Wirbel inner- und außerhalb der Wissenschaftscommunity sorgte das lang ersehnte Grundsatzpapier zur Wissenschaftskommunikation, welches das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) veröffentlichte. Darin stellt das BMBF ein Leitbild vor, um den Dialog zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit zu stärken und sichert seine Unterstützung durch gezielte Fördermaßnahmen zu. Im Interview spricht Ministerin Anja Karliczek darüber, wie die formulierten Bestrebungen umgesetzt werden sollen und welche Rolle sie für Forschende in der  Wissenschaftskommunikation sieht.

Aus den Reihen der Wissenschaftskommunikation selbst erklingen unterschiedliche Stimmen zur Publikation. Über den ministeriellen Rückenwind für die Wissenschaftskommunikation freut sich Beatrice Lugger, Geschäftsführerin des NaWik. Auch in den Kommentaren zum Strategiepapier wird die Arbeit des BMBF geschätzt, denn sie hebe die Bedeutung guter Wissenschaftskommunikation hervor und bekräftige Forschende, in den Diskurs mit Gesellschaft und Medien zu treten. Jedoch gibt es auch einige Verbesserungswünsche: Die Ideen seien zu ungenau und zu einseitig, besonders im Hinblick auf die Nutzung neuer Medien. Mehr Mut, mehr Innovation und mehr konkrete Pläne hätte es gebraucht!

Wissenschaft im Trend

Forschende sollten sich öffentlich äußern, finden Bürgerinnen und Bürger, die ein hohes Interesse an Wissenschaft und Forschung zeigen.

Darauf weist das Wissenschaftsbarometer 2019 hin,  die jährliche Erhebung von Wissenschaft im Dialog zu Einstellungen der Gesellschaft gegenüber Wissenschaft und Forschung. Auf Wissenschaftskommunikation.de wird die Befragung aus verschiedenen Perspektiven kommentiert  und ein Vergleich zum Schweizer Wissenschaftsbarometer 2019 gezogen. Die Highlights für Forschende sind auch auf unserem NaWik-Blog zusammengefasst.

In Diskussion treten – auch mit der Politik

Im Panoptikum 19 – 21 finden sich Hinweise auf eine Debatten-Reihe zum Thema „Wissenschaft und politische Verantwortung“ und den gerade erschienenen Sammelband „Wissenschaft und Gesellschaft – ein vertrauensvoller Dialog“, zu dessen Autorinnen und Autoren auch Beatrice Lugger gehört. Sie thematisiert die Schlüsselaspekte erfolgreicher Wissenschaftskommunikation und appelliert an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, sich einzumischen – betont aber gleichzeitig die Bedeutsamkeit von Anreizen und Fortbildungen, die ohne Engagement von Hochschulen und Politik nicht möglich sind.

Wissenschafts-PR beeinflusst die Berichterstattung

Dass in der Wissenschafts-PR eine wahrheitsgetreue Kommunikation von Forschungsergebnissen eine große Rolle spielt, bestätigt eine Studie der Cardiff University. Die Autoren zeigen, dass ungerechtfertigt starke Botschaften in Pressemitteilungen oft von Journalisten übernommen werden und so Einzug in die Berichterstattung finden.

Und wie lässt sich ein „Dialog auf Augenhöhe“ zwischen Wissenschaft und Gesellschaft sicherstellen? Jens Rehländer, Leiter der Kommunikation der Volkswagenstiftung, und Matthias Kohring, Professor für Medien- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Mannheim, legen ihre Standpunkte dar und diskutieren, wie es um das Vertrauen der Bevölkerung in die Wissenschaft steht und welchen Aufgaben die Wissenschafts-PR nachgehen sollte.

Das kann sich hören lassen

Es wird auf vielen Ebenen betont, dass Wissenschaft nach außen kommunizieren muss. Und wie bringt man die eigene Forschung nun an die Öffentlichkeit? Zum Beispiel mit einem Podcast! Das ist ein klassisches aber sehr wirkungsvolles Format, wie Studierende der Uni Halle beweisen. Ihr “Underdocs”-Podcast lädt Promovierende ein, ihre Forschung einem breiteren Publikum vorzustellen.

Und wie evaluiert Ihr?

Eine laufende Umfrage von Wissenschaft im Dialog soll Erkenntnisse zur aktuellen Evaluationspraxis von Projekten zur Wissenschaftskommunikation erfassen. Daher freuen sich die Verantwortlichen über rege Teilnahme.

Foto: ©Priscilla Du Preez

 


Wissenschaftskommunikation.de ist ein gemeinsames Portal von Wissenschaft im Dialog (WiD) mit dem Nationalen Institut für Wissenschaftskommunikation (NaWiK) und der Abteilung Wissenschaftskommunikation am Institut für Germanistik: Literatur, Sprache, Medien des Karlsruher Institut für Technologie (KIT).

Diese #Wisskomm 19-02 des NaWik haben Canan Edemir und Vanessa Knobl erstellt.