Wissenswertes aus der #WissKomm 20-11

Wer wissenschaftliche Erkenntnisse auf welchem Weg der Politik nahebringen kann und wie das gelingt, war auch im November Thema bei Wissenschaftskommunikation.de. Dabei spielt der Dialog von und mit den Forschenden selbst eine wichtige Rolle. Außerdem gab es Einblicke in die Science of Science Communication und in kreative Wisskomm-Formate.

Wie die Kommunikation zwischen Wissenschaft und Politik stattfindet

Wie steht die Wisskomm.de-Community zum Austausch zwischen Wissenschaft und Politik und wie sehr bringt sie selbst sich dabei ein. Die erste Runde der Auswertung einer entsprechenden Befragung ergab, dass ein Großteil der Befragten entweder bereits aktiv Politikberatung betreibt oder gerne mitwirken würde. Und eine starke Mehrheit von über 80 Prozent stimmte der Aussage zu, dass es richtig sei, dass Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sich öffentlich äußern, wenn politische Entscheidungen Forschungsergebnisse nicht berücksichtigen.

Und welche Ansätze nutzt die Wissenschaft, um mit der Politik ins Gespräch zu kommen? Diverse Forschungsverbünde, Universitäten und Institutionen haben Einblicke gegeben, wie es ihnen gelingt und wo es hakt. Umgekehrt haben Politikerinnen und Politiker auf Landesebene berichtet, welche  Ansätze die Politik nutzt, um mit der Wissenschaft ins Gespräch zu kommen. Beide Seiten gaben zu verstehen, wie hoch der Wert des Dialoges und des direkten Austauschs ist.

Wissenschaftliche Politikberatung ist nicht nur essentiell, sie kann auch erlernt werden – beispielsweise über das Dialog- und Fortbildungsprogramm der MGG Academy. Diese legt bei ihrem Ausbildungskonzept Wert auf strategische, Kommunikations-, Reflexions-, Beziehungs- und Netzwerkkompetenz.

Forschung zur Social Media Nutzung und der Kommunikation von Unsicherheiten
Forschende nutzen soziale Medien nach wie vor eher selten für ihre externe Wissenschaftskommunikation, schlussfolgern Anne Henning und Sarah Kohler von der Abteilung für Wissenschaftskommunikation am Karlsruher Institut für Technologie aus ihrer Befragung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an Volluniversitäten. Unklar blieben die Gründe dafür, so die Autorinnen.

Es ist nicht per se schädlich, wenn Forschende oder Politiker*innen Unsicherheiten kommunizieren, berichten Inse Janssen und Friederike Hendriks von der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster von ihren Umfragen. Zudem bestätigen ihre Auswertungen bisherige Studien, denen zufolge Forschende als kompetenter und integrer wahrgenommen  werden als Politikerinnen und Politiker.

Wisskomm mal ganz anders – kreativ, bewegt und mit Glitzer

Ist es möglich, Wissenschaft mit Musik, Erzählung und Artistik zu verbinden? Dies probiert das Radioballett des Körperfunkkollektivs, welches das Publikum zu Darstellerinnen und Darstellern einer Geschichte werden lässt. Inhaltlich geht es in der Regel um gesellschaftlich relevante Themen, wie zum Beispiel den Klimawandel.

Ebenfalls ein unkonventioneller Ansatz ist das Wissenschaftsvarieté „Glitzern und Denken”, das Forschung am Museum für Naturkunde Berlin mit Musik, Erzählung und Artistik verbindet.

Keine Macht den Fake News

Was Forschende tun können, um Falschinformationen und Wissenschaftsleugnung effektiv zu entkräften, beschreibt der Psychologe Philipp Schmid in einem systematischen Ansatz für die Wissenschaftskommunikation. Dabei identifiziert er vier Problembereiche als apokalyptische Reiter des postfaktischen Zeitalters.

Wie genau Fehlinformationen erkannt werden können und wie man ihnen entgegenwirken kann, fasst das “Debunking Handbook” in kurzen und prägnanten Vorgehensweisen zusammen. Die Autorinnen und Autoren stützen sich dabei auf den aktuellen Stand der Forschung und soll als Handreichung für verschiedene Akteurinnen und Akteure dienen, die sich aktiv einbringen.


Wissenschaftskommunikation.de ist ein gemeinsames Portal von Wissenschaft im Dialog (WiD), dem Nationalen Institut für Wissenschaftskommunikation(NaWiK) und dem Teilinstitut Wissenschaftskommunikation am Institut für Technikzukünfte des Karlsruher Institut für Technologie (KIT).

Diese News aus der #Wisskomm hat Annika Wormer, FSJlerin am NaWik, für Sie zusammengestellt.