Wissenswertes aus der #Wisskomm 20-5

Vertrauen, ob angeknackst oder theoretisch aufgearbeitet, stand im Mai im Fokus bei der Berichterstattung auf Wissenschaftskommunikation.de. Außerdem geht es um neue Forschungsergebnisse und Projekte.

Welche (berechtigten) Ansprüche Wissenschaftskommunikation hat…

Gespannt warteten alle am Anfang letzten Monats auf die ersten Auswertungen der Heinsberg-Studie, die Ergebnisse liefern sollte, um die Ausbreitung des Corona-Virus in Deutschland besser zu verstehen. Allerdings stieß insbesondere die fragwürdige Kommunikation über das Heinsberg-Protokoll der Agentur Storymachine auf erhebliche Kritik.

Beatrice Lugger, Direktorin des NaWik, bezeichnet die Twitter- und Facebook-Kampagne von Storymachine als kommunikativen Fallstrick mit unsauberer Trennung von Interessen und politischem Agendasetting. Nicola Wessinghage von der Agentur Mann beißt Hund gibt zu bedenken, dass die augenscheinliche Verflechtung von Interessen sich negativ auf das Bild von Wissenschaft in der öffentlichen Meinung auswirken könne. Und Markus Weißkopf, Geschäftsführer von Wissenschaft im Dialog, meint, das Forschungsteam der Heinsberg-Studie wäre mit einer Unterstützung durch die hauseigenen Kommunikationsabteilungen im wahrsten Sinne des Wortes besser beraten gewesen.

Rainer Bromme, Seniorprofessor für Pädagogische Psychologie an der Universität Münster, erläutert im Interview, wie wichtig das sogenannte “informierte Vertrauen” in die Wissenschaft ist. Neben den von ihm vielfach untersuchten drei Vertrauensfaktoren, Expertise, Integrität und Benevolenz, sei das informierte Vertrauen in Zeiten der Corona-Krise besonders relevant. Damit meint er beispielsweise ein Wissen der Bevölkerung darüber, dass neue Erkenntnisse oft vorläufig und unsicher sind.

…und warum man trotzdem kommunizieren sollte.

In einer dreiteiligen Reihe erläutern Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedenster Disziplinen, warum es für sie unabhängig von der Coronakrise wichtig ist und bleibt, Forschung nach außen zu tragen.

Der diesjährige Communicator-Preisträger Robert Arlinghaus begründet, warum für ihn Kommunikation ganz klar zu seiner Jobbeschreibung gehört. Und er gibt Nachwuchsforschenden wertvolle Tipps an die Hand, wie sie sich ebenfalls in der Kommunikation engagieren und etablieren können.

Ungewöhnliche Kombinationen, oder doch nicht?

Kurz, unterhaltsam und lehrreich – diese Adjektive beschreiben das Format Science-Slam ziemlich treffend. Aber wie passen das Vermitteln von Wissen und der Faktor Spaß zusammen? Dieser Frage ging ein Team um Philipp Niemann, wissenschaftlicher Leiter des NaWik, nach. Ergebnis der Studie: Science-Slams sind mehr als Unterhaltung.

Wie kann man Naturwissenschaft und Technik attraktiver gestalten und gleichzeitig auch das Lesen fördern? Dies wollen die Stiftung Lesen und die Stiftung Haus der kleinen Forscher mit dem neuen Kindermagazin “echt jetzt?” versuchen. Im Interview zeigt Projektleiterin Jenny Möller, wie die verschiedenen Methoden des Magazin zusammenwirken sollten. Das Projekt startet zunächst für zwei Jahre an rund 1000 ausgewählten Schulen.

Foto: © Michał Parzuchowski

 


Wissenschaftskommunikation.de ist ein gemeinsames Portal von Wissenschaft im Dialog (WiD), dem Nationalen Institut für Wissenschaftskommunikation (NaWiK) und dem Teilinstitut Wissenschaftskommunikation am Institut für Technikzukünfte des Karlsruher Institut für Technologie (KIT).

Diese News aus der #Wisskomm hat Canan Edemir, FSJlerin am NaWik, für Sie zusammengestellt.