Wissenswertes aus der #Wisskomm 21-10

Im Oktober stand das Schwerpunktthema Sprache im Fokus der Plattform Wissenschaftskommunikation.de. Wir blicken zurück auf wertvolle Sprachtipps, Erfahrungen von Praktiker*innen, die einen Comic oder Podcast als Wisskomm-Format umgesetzt haben, die sprachliche Ausarbeitung des IPCC-Berichts und aktuelle und zukünftige Forschung.

Mit Sprache die Leser*innen fesseln

„Wissenschaftskommunikation brauche eine klare, lebendige Sprache“, heißt es im Beitrag „Schminktipps, Sex und Blablabla“. Expert*innen der Wissenschaftskommunikation geben Tipps dazu, welche Sprache Leser*innen in den Bann ziehen und wie das Weiterlesen Spaß macht. Das bedeute beispielsweise als Anforderung an einen Text: „gut verständlich, wenig Fachbegriffe, aktiv formulieren – eben so, dass es ein Normalsterblicher verstehen kann“, fasst Antje Karbe der Universität Tübingen zusammen.

„Es geht doch darum, etwas so zu erzählen, dass die Leute dranbleiben“, sagt der Wissenschaftsjournalist und Blattmacher Günter Haaf in einem Beitrag, in dem er gemeinsam mit Wissenschaftsjournalistin Barbara Ritzert, seinen langjährigen Erfahrungsschatz teilt. „Eine gute Sprache hat ein Text dann für mich, wenn mich der Autor oder die Autorin dazu bringt, ein Stück zu lesen, für dessen Thema ich mich eigentlich überhaupt nicht interessiere“, fügt Barbara Ritzert hinzu.

Forschung betreiben

Klimakommunikation erreicht ihre Ziele nur dann, wenn beim Gegenüber ein Engagement für Klimaschutz mit den eigenen Grundwerten in Einklang gebracht werden könne. Dies ist eine Erkenntnis aus der Studie „The effect of misinformation and inoculation“, die im Forschungsrückblick vorgestellt wurde und die Bedeutung von Überzeugungen und Weltbildern für klimabezogene Einstellungen untersucht hat.

In der Beitragsreihe „Wissen hoch drei“ werden die vier Zentren für Wissenschaftskommunikationsforschung vorgestellt, die von der VolkswagenStiftung zunächst für fünf Jahre gefördert werden. Nach dem Rhine-Ruhr Center for Science Communication Research im September steht im Oktober das Munich Science Communication Lab im Fokus. Das Thema Planetary Health sei sowohl ein drängendes Thema mit hoher Relevanz als auch mit komplizierten Problemen verbunden, für die es keine einfachen Lösungen gäbe, erklärt Kommunikationswissenschaftler Bernhard Goodwin im Interview die Richtung des Forschungsprojekts im Bereich „Planetary Health“.

Auch das Center for Rhetorical Science Communication Research on Artificial Intelligence ist eines der neu geförderten Institutionen. „Ziel des ganzen Projekts ist es, zu einer informierten Debatte über künstliche Intelligenz zu kommen“, sagt Olaf Kramer vom Seminar für Allgemeine Rhetorik der Universität Tübingen im Gespräch mit Annette Leßmöllmann vom Karlsruher Institut für Technologie zu dem geplanten Forschungsvorhaben.

Sprachliche Feinheiten im Klimabericht IPCC

Wie können wissenschaftliche Feinheiten der Forschung sprachlich so kommuniziert werden, sodass der Unterschied zwischen einzelnen Begriffen klar wird? Dies sei oft gar nicht so einfach, erklärt die Meteorologin und Professorin für Wissenschaftskommunikation, Claudia Frick, im Gespräch zur Umsetzung des IPCC Reports. So betont sie, wie essentiell es sei, verschiedene Sprach- bzw. Kommunikationsmodi zu verwenden, damit sich unterschiedliche Zielgruppen angesprochen fühlen.

Wissenschaftskommunikation in der Praxis 

Wie der Comic „Lasergirl – Jagd auf den Killerkeim” vom Leibniz-Instituts für Photonische Technologien wissenschaftliche Inhalte unterhaltsam vermittelt, berichten die Macher*innen im Interview. Sie verbinden gezielt Action und Abenteuer mit inhaltlich Wissen vermittelnden Teilen über laserbasierte Diagnose-Verfahren. Ziel sei es, vor allem Kinder ab zehn Jahren, die verstehen wollen, was genau bei diesem Verfahren vor sich geht für den Comic zu begeistern.

Auf andere Medien, nämlich den Wissenschaftsblog „1life5science“ und den Podcast „ZellKultur“, setzt die promovierte Biologin Anna Müllner bei der Vermittlung ihrer Themen rund um Molekularbiologie. „Ich finde, die Wissenschaft profitiert von der Authentizität und Persönlichkeit“, erklärt sie im Interview.

Hassrede oder digitale Gewalt?

Wie häufig in der Öffentlichkeit stehende Forschende von Hass und Hetze im Netze betroffen sind, hat kürzlich eine nicht-repräsentative Umfrage von Nature gezeigt. Im Beitrag erklärt Josephine Ballon der Beratungsstelle HateAid, wo Betroffene Hilfe finden und wie sich digitale Gewalt juristisch bekämpfen lässt. Der Leitfaden der Beratungsstelle gibt zusätzliche Hinweise zum Umgang mit digitaler Gewalt.

Gendergerechte Sprache

Wie gelingt es sprachlich verschiedene Geschlechter mit einzubeziehen? Mit Doppelpunkt, Gendersternchen, Binnen „I“ – wie gendert man am besten? Die Vor- und Nachteile der verschiedenen Varianten des Genderns zeigt die Leitlinie der GfdS auf. Anhand verschiedener Kriterien wie Verständlichkeit, Lesbarkeit und Vorlesbarkeit bewertet der Leitfaden die unterschiedlichen Formen. 

Auch im November werden noch weitere spannende Beiträge zum Schwerpunktthema Sprache folgen. 

 

nächster Beitrag: November 2021          vorheriger Beitrag:  September 2021

Wissenschaftskommunikation.de ist ein gemeinsames Portal von Wissenschaft im Dialog (WiD), dem Nationalen Institut für Wissenschaftskommunikation(NaWik) und dem Teilinstitut Wissenschaftskommunikation am Institut für Technikzukünfte des Karlsruher Institut für Technologie (KIT).

 

Diese News aus der #Wisskomm hat Elena Grunow, Praktikantin am NaWik, für Sie zusammengestellt.

 

Bild: Gaelle-Marcel