WISSENSWERTES AUS DER #WISSKOMM 22-07

Kontroverse Debatten auf wissenschaftskommunikation.de: Wissenschaftsfreiheit, Falschinformation, Empfehlungen zur Hochschulkommunikation und eine neue Leitlinie für gute Wissenschafts-PR waren einige der Themen im Juli. Außerdem gab es passend zum aktuellen Schwerpunkt „Social Media” einen Grund zu feiern: wisskomm.de hat nun 10.000 Follower:innen auf Twitter!

Interesse wecken über Social Media
“Die Leute wollten mit Wissen, Inhalt und einem Ahaeffekt aus dem Video herausgehen,” so  Content-Creator Niklas Kolorz, der auf TikTok wissenschaftliche Themen in Kurzvideos verpackt. 2021 wurde er dafür mit dem Grimme Preis ausgezeichnet. Was er an der Plattform TikTok schätzt verrät der Wissenschaftsjournalist im Interview.

Über 140.000 Menschen haben seinen Kanal abonniert: auf Instagram weckt der Archäologe Gino Caspari Interesse an seinen Forschungsinhalten. Eine Analyse seines Kommunikationsprojekts publizierte er kürzlich als Fachartikel. Wie Wissenschaftskommunikation auf Instagram für ihn funktioniert, erklärt er im Interview: “Ich möchte erreichen, dass die Leute die Captions, also die Beschreibungen, lesen und dort Informationen bekommen.”

“Die Leute haben von Wissenschaft ein spezielles Bild, nämlich die Person, die mit einem Kittel im Labor steht,” so Historikerin Tabea Henn im Interview. Mit ihrem Instagram Projekt @klios_spiegel möchte sie zeigen, warum Historiker:innen auch Wissenschaftler:innen sind und wie Geschichte gesellschaftlich wahrgenommen wird.

Mehr Interaktion gewünscht?
Frag-Mich-Alles Sessions und mehrstündige Live Streams – Reddit und Twitch basieren auf starken Communities und eröffnen einzigartige Möglichkeiten zum direkten Austausch zwischen Forschenden und Bürger:innen. In einem weiteren Gastbeitrag zum Schwerpunkt Social Media erklärt Kreativberaterin Johanna Barnbeck, warum die Wissenschaftskommunikation Reddit und Twitch mehr Beachtung schenken sollte und wie der multimediale Austausch über diese beiden Plattformen gelingt.

Neue Leitlinie für gute Wissenschafts-PR
Der deutsche Rat für Public Relations (DRPR) hat erstmals eine Richtlinie für Wissenschafts-PR herausgegeben und berücksichtigt dabei die Leitlinien zur guten Wissenschafts-PR von Wissenschaft im Dialog und dem Bundesverband Hochschulkommunikation sowie Ausarbeitungen des Siggener Kreises. Eine knackige Übersicht zur sechsseitigen Handreichung gibt es unter der Rubrik Tipps und Leitlinien.
Ergänzend erläutert Dr. Alexander Güttler im Interview die Hintergründe der Initiative. „Bei uns als Deutscher Rat für Public Relations sind immer mehr Fälle gelandet, die sich mit Fehlverhalten in der Wissenschaftskommunikation und Wissenschafts-PR beschäftigen,“ sagt er als DRPR Mitglied. Alexander Gerber, Professor für Wissenschaftskommunikation, analysiert zudem in einem Gastbeitrag wie die international einzigartige Richtlinie zukünftig die Wissenschaftskommunikation und Wissenschafts-PR verbessern kann und was dabei beachtet werden muss.

Hochschulkommunikation als strategische Aufgabe
„Man muss noch stärker davon wegkommen, nur Ergebnisse zu kommunizieren, und die Prozesse besser darstellen,“ sagt Julia Wandt im Interview über die Empfehlungen zur Hochschulkommunikation, welche die Hochschulrektorenkonferenz im Mai veröffentlichte. Prof. Peter-André Alt und Julia Wandt berichten über die Hintergründe und Forderungen des Papiers, das sich an die erweiterte Fachöffentlichkeit richtet.

Wo liegen die Grenzen der Wissenschaftsfreiheit?
“Wir brauchen den innerakademischen Austausch,” so Andrea Geier, Professorin für Neuere deutsche Literaturwissenschaft und Genderforschung an der Universität Trier. Im Interview erläutert sie ihre Perspektive zur Debatte über die Einschränkung der Wissenschaftsfreiheit, die kürzlich auf Twitter entbrannte. Auslöser war ein umstrittener Vortrag zum Thema Zweigeschlechtlichkeit einer Biologie-Doktorandin, den die Humboldt Universität zur Langen Nacht der Wissenschaften in Berlin geplant hatte. Ein weiteres Interview zum Thema zeigt den Blickwinkel von Bernhard Kempen, Professor für Öffentliches Recht, Völkerrecht und Europarecht an der Universität zu Köln.

Wenn einem Twitter um die Ohren fliegt
„Wissenschaft hat im 21. Jahrhundert drei Kernaufgaben: Forschung, Lehre und Bekämpfung von Falschinformationen,“ so teilte Dr. Sebastian Seiffert kürzlich seine Meinung auf Twitter und erntete dafür harsche Kritik. Im Gastbeitrag analysiert der Chemiker die Kritik und erläutert, warum er zu seinem Statement steht, auch wenn er den Tweet kurz nach Veröffentlichung wieder löschte.

 

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Wissenschaftskommunikation.de ist ein gemeinsames Portal von Wissenschaft im Dialog (WiD), dem Nationalen Institut für Wissenschaftskommunikation (NaWik) und dem Teilinstitut Wissenschaftskommunikation am Institut für Technikzukünfte des Karlsruher Institut für Technologie (KIT).

Diese News aus der #Wisskomm hat Lena Schwenker, Praktikantin am NaWik, für Sie zusammengestellt.

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