Was ist Wissenschaftskommunikation?

Am vergangenen Freitag ging der Wissenschaftliche Direktor des NaWik, Carsten Könneker, dieser Frage während der Tagung „Wissenschaftskommunikation, Utopien und Technikzukünfte“ am Karlsruher Institut für Technologie nach und fügte eine weitere Frage hinzu: „Was ist Wissenschaftsjournalismus?“.

Eingangs stellte Könneker dar, wer überhaupt öffentlich über Wissenschaft spricht oder schreibt: Im Wesentlichen sind dies diese drei Berufsgruppen: Wissenschaftler, Wissenschaftsjournalisten und Presse-und Öffentlichkeitsarbeiter in wissenschaftlichen Institutionen.

Sie alle sind in öffentlichen Diskursen über Wissenschaft involviert. Dabei nehmen sie jedoch unterschiedliche Rollen ein:

  • Wissenschaftsjournalisten haben die gesellschaftliche Funktion, den Wissenschaftsbetrieb kritisch zu begleiten, Forschungsergebnisse zu kontextualisieren und einzuordnen.
  • Forscher forschen (und wenn sie an der Hochschule sind, lehren sie zudem).
  • Öffentlichkeitsarbeiter stellen Informationen für die Presse und die Allgemeinheit zusammen, kommunizieren in die eigene Institution hinein und aus dieser heraus.

Das kommunikative Handwerkszeug, wissenschaftliche Sachverhalte verständlich darzustellen und zu erklären, müssen indes alle drei Gruppen beherrschen.

„Medienprofis“ wie ­ Journalisten einerseits und Öffentlichkeitsarbeiter andererseits ­ lernen während ihrer Ausbildung das Handwerk, wissenschaftliche Inhalte verständlich herunterzubrechen und in
klarer Sprache anschaulich zu erklären. Für Wissenschaftler werden an deutschen
Universitäten noch viel zu selten solche Lehrinhalte angeboten, und sie tun sich deshalb oft schwer damit.

Carsten Könneker verdeutlichte hier die Rolle des NaWik, dessen Kursangebote sich eben an Wissenschaftler richten: „Das NaWik macht Wissenschaftler mit dem Handwerkszeug vertraut, ihre Wissenschaft gegenüber verschiedenen Zielgruppen und unter Nutzung verschiedener medialer Formate verständlich darzustellen.“

Darüber hinaus sollen Kurse am NaWik den Wissenschaftlern aber auch ihre Rolle in der Wissenschaftskommunikation verdeutlichen – speziell in Abgrenzung zum Wissenschaftsjournalismus. Dieser werde von Wissenschaftlern noch immer zu häufig als eine Art Sprachrohr der Forschung angesehen anstatt als kritischer Begleiter mit besonderer Funktion für die Gesellschaft.

Fachchinesisch in gebrauchsfertiges Alltagsdeutsch zu übersetzen sei nicht die primäre Aufgabe von Wissenschaftsjournalisten, so Könneker. Diese Leistung obliege im Gegenteil genauso den kommunizierenden Wissenschaftlern (wie natürlich auch den Öffentlichkeitsarbeitern) – egal, ob sie sich im Social Web, in der Kinderuni oder auf einer Institutsführung in der Langen Nacht der Wissenschaft bewegten.