ABC der guten Sprache

Anschauliche und spannende Texte in der Wissenschaftskommunikation sind kein Selbstzweck, sondern im Idealfall eine Selbstverständlichkeit. Denn die Leser:innen oder Zuhörer:innen haben ein Anrecht darauf, für ihr Interesse an einem Thema mit einer gut verständlichen Darstellung belohnt zu werden. Doch oft rückt der erwähnte Idealfall in weite Ferne. Diese kleine Stichwortsammlung von A bis Z soll helfen, sich ihm in 26 Schritten anzunähern. Zusammengestellt hat sie unser Dozent Klaus Wingen, grafisch aufbereitet hat sie unser FSJ-ler Lenny Bittger.

  • A wie Abkürzung

    A wie Abkürzung

    Diese Anmerkung könnte ganz kurz sein. Dann nämlich, wenn wir zur Erl. einer Anm. immer Abk. verwenden würden. Nun mögen Abkürzungen das Schreiben erleichtern, das Lesen jedoch erschweren sie – und das Hören erst recht. Deswegen werden unbekannte, im weiteren Text aber häufig verwendete Begriffe zunächst einmal vollständig eingeführt. Wenn ich von einer Institution rede, kann dies so aussehen: Das Institut für Alchemie und Metallurgie (IfAM). . . Im Folgetext reicht dann die Abkürzung. Das IfAM. . .

  • B wie Beispiel

    B wie Beispiel

    Wissenschaftler:innen tauchen tief ein in ihr spezifisches Thema, doch daran interessierte Nicht-Spezialist:innen müssen sich eine ganz neue Welt hineindenken. Was dabei ungemein hilft, sind Beispiele. Manchmal ist das gar nicht so schwer: Eine Pore, die sich 50.000 Nanometer öffnet, ist in etwa so breit wie ein Haar. Und die Diskussion, ob blond, brünett oder schwarz (ein ganz klein wenig dicker), grenzt dann echt an Haarspalterei.

  • C wie Cliffhanger

    C wie Cliffhanger 

    Mit dem Bergsteigen an steilen Klippen hat ein Cliffhanger in diesem A bis Z nichts zu tun. Wohl aber mit dem Einstieg in eine Geschichte in Online-Medien, die dann im spannendsten Moment abbricht – es sein denn, wir klicken auf „mehr“. Cliffhanger haben treue Freunde und erbitterte Feinde. Wie auch immer, setzen Cliffhanger auf eine zentrale Eigenschaft von uns Menschen: auf unsere Neugier. Für Cliffhanger gilt wie für alle Stilmittel: Sparsam eingesetzt generieren sie den gewünschten Leseerfolg, aber inflationär eingesetzt verlieren sie ihren Reiz und sind dann nur noch lästig.

  • D wie Deklinieren

    D wie Deklinieren 

    Die Deklination ist das kleine Einmaleins der Deutschlehrer:innen. Zwar gehören die wenigsten von uns diesem Berufsstand an, dennoch ist es ratsam, das Deklinieren zu beherrschen. Beim Begriff „Wortbeugung“ ist es nicht so schwer, unfallfrei vom Nominativ über Genitiv und Dativ zum Akkusativ zu gelangen. Damit es kein D wie Drunter und Drüber gibt, wenn es mal komplizierter wird, lohnt sich ein Blick in den D wie Duden.

  • E wie Einstieg

    E wie Einstieg

    Floskeln und Allgemeinplätze eignen sich ausdrücklich nicht als Einstieg in einen Text („Jeder kennt es, … / Immer mehr Menschen…“). Dies gilt auch für das Textende („Weitere Arbeiten auf diesem bedeutsamen Gebiet sollten… / Es bleiben also viele Fragen offen…“). Viel eleganter ist es, das Thema mit einer klaren Kernbotschaft einzuleiten („Forschende des Albert-Einstein-Kollegs haben entdeckt, wie…“) und es zum Ausklang mit einer Zukunftsperspektive zu versehen („Nun träumen die Physiker:innen davon, mit dieser Methode in einigen Jahren…“).

  • F wie Formulieren

    F wie Formulieren

    Haben Sie sich schon mal gefragt, was der Begriff „Formulierung“ mit der „Formel“ in der Chemie und dem „Formular“ einer Behörde zu tun hat? Etwas abstrakt ausgedrückt geht es darum, dass wir damit gezielt Dinge erfahrbar machen können, die wir genau in diesem Moment passgenau verwenden möchten. Eine klare Sprache braucht passgenaue Formulierungen. Wobei die Gemeinheit darin liegt, dass ein gut formulierter Text verdammt viel Arbeit macht, die man ihm beim Lesen dann gar nicht mehr anmerkt.

  • G wie Gender-Problematik
  • H wie #hashtag
  • I wie indirekte Rede
  • J wie Journalismus
  • K wie Komma
  • L wie lebendig
  • M wie Modewörter
  • N wie Nomen
  • O wie Oberlehrer
  • P wie Passiv
  • Q wie Quellenangaben
  • R wie rhetorische Fragen
  • S wie Satzlänge
  • T wie Tempus
  • U beziehungsweise Ü wie Überschrift
  • V wie Vortrag
  • W wie W-Fragen
  • X wie Xenophobie
  • Y wie Yenglisch
  • Z wie Zitat