Virtual-Reality-Umgebung des NaWik macht das KATRIN Experiment zugänglich für alle

Großexperimente der Grundlagenforschung wie KATRIN (Karlsruher Tritium Neutrino Experiment) sind üblicherweise für die Öffentlichkeit kaum zugänglich. Nun öffnet eine Virtual-Reality-Anwendung neue Möglichkeiten der Erfahrbarkeit – zumindest im digitalen Raum. Die Nutzer*innen bekommen so einen direkten Einblick in das Innere der Forschungsanlage und erfahren wie sich die Elementarteilchen in diesem großen Versuchsaufbau bewegen und verhalten. Zudem bietet sich die Möglichkeit, selbst zu experimentieren, indem beispielsweise Variablen der Messung beim virtuellen Betrieb verändert werden.

Die VR-Anwendung wurde im Rahmen des Forschungsprojekts Science In Presentations (SIP) am NaWik in Kooperation mit dem KIT, gefördert von der Klaus Tschira Stiftung (KTS), entwickelt. Sie kombiniert fotorealistische 360-Grad-Ansichten des Versuchsaufbaus des KATRIN-Experiments mit einer virtuellen Ebene. Die Anwendung besteht aus einem geführten Abschnitt, in dem ähnlich eines Rundgangs ein Forscher die Anlage und seine eigene Forschung erklärt sowie der anschließenden Möglichkeit, die Anlage noch einmal auf eigene Faust zu erkunden. Dort berichten dann weitere KATRIN-Forschende noch mehr über die Funktionsweisen und Ziele des Experiments. Die VR-Anwendung läuft im Browser und kann entweder mit einem eigenen Head-Mounted-Display („VR-Brille“) oder alternativ am Tablet, Laptop oder PC genutzt werden.

Aktuell wird die VR-Umgebung vom NaWik und dem KIT-Zentrum Elementarteilchen und Astroteilchenphysik (KCETA) mit Mitteln der KIT-Förderung „Research Infrastructures in Research-Oriented Teaching“ weiterentwickelt, um sie künftig auch in der Lehre des KIT einzusetzen. Im Rahmen dieser Entwicklung ist die jetzt präsentierte VR-Anwendung im Webbrowser möglich geworden.

Am 7. Juli fand eine Online-Vorstellung für Presse und interessierte Öffentlichkeit statt. Seitdem kann jeder und jede das virtuelle KATRIN-Experiment unter vr.nawik.de erkunden.