Wissenswertes aus der #Wisskomm 21-03

Welche Bedeutung Evaluationen von Wissenschaftskommunikations-Aktivitäten haben, war im März Schwerpunktthema auf Wissenschaftskommunikation.de. Eine gute Evaluation setzt dabei auf Kriterien, anhand derer das eigene Tun selbst evaluiert werden kann. Damit ist also primär kein umfangreicher Begutachtungsprozesse gemeint. Zudem gab es Tipps zur Kommunikation und Einblicke in innovative Kommunikationsformate.

Evaluationen in der Wissenschaftskommunikation

Evaluationen können greifbar machen, ob die Ziele eines Projekts in der Wissenschaftskommunikation erreicht wurden und aufzeigen, welche Maßnahmen eine effektive Wirkung beim Zielpublikum erzielen – oder nicht. Charlotte Buttkus ist Trainerin bei Phineo und betont im Interview die Bedeutung der Evaluation für die Wissenschaftskommunikation. Zudem geht sie auf typische Fehlerquellen beim Evaluieren ein.

Wie Evaluation Klarheit über die Effektivität von Maßnahmen in der Kommunikation schaffen kann, zeigt die projektbegleitende Untersuchung des NaWik. Untersuchungsgegenstand waren öffentliche Diskussionsrunden, Videobeiträge und ein schriftliches Kompendium mit Kommunikations-Tipps für Forschende, die im Rahmen eines Projekts zur Risikokommunikation von Künstlicher Intelligenz realisiert und verfasst wurden. Die Evaluation dieser Maßnahmen zeigte, dass sich öffentliche Diskussionen im Fishbowl-Format für einen Austausch zum Thema eignen, Videos zu einem speziellen Nischenthema jedoch kein Massenpublikum generieren. Das Kompendium ordneten Forschenden als hilfreich ein.

Bislang kommen derartige Evaluation von Projekten in der Wissenschaftskommunikation laut einer Online-Umfrage der Impact Unit von Wissenschaft im Dialog oft noch zu kurz, wie die Mitarbeiterinnen Imke Hedder und Jana Michels berichten. Die Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass Forschende Evaluationen zwar in der Theorie als wichtig erachten, in der Praxis fehlten jedoch häufig Zeit, Ressourcen und Kenntnisse über Methoden. Mit öffentlichem Zugang zu mehr Informationen und Expertise zum Thema Evaluation soll diesen Defiziten entgegengewirkt werden.

Der Fokus sollte bei der Planung, Umsetzung und Bewertung von Kommunikationsprojekten nicht nur auf der kurzfristigen Wirkungen auf das Zielpublikum liegen, sondern auch langfristige Effekte mit einzubeziehen. Dafür plädiert Kommunikationswissenschaftlerin Senja Post und berichtet im Interview, wie auch unerwünschte „Nebenwirkungen“ und negative gesellschaftliche Auswirkungen der Kommunikation erfasst werden könnten.

“Nur wenn Klarheit über die Ziele besteht, kann auch eine entsprechend aussagekräftige Evaluation geplant werden”, sagen Dorothe Kienhues und Friederike Hendriks von der Universität Münster. Sie erklären, warum eine genaue Zielsetzung und deren Messbarkeit für die Evaluation von Wissenschaftskommunikation unabdingbar sind. Nur so könnte das Innovationspotenzial, das Evaluation birgt, genutzt werden.

Über die Wirkung von gemeinschaftlichen Projekten mit Science-Influencer*innen berichtet Christina Beck, Leiterin der Abteilung Kommunikation der Max-Planck-Gesellschaft. Ziel der ungewöhnlichen Zusammenarbeit war es, die Abonnentenzahl des eigenen YouTube-Kanals zu erhöhen. Die Evaluation des Ansatzes helfe dabei, einen kritischen Blick auf die Formate zu werfen und diese weiterzuentwickeln.

Innovationen in der Wissenschaftskommunikation

Mit dem Projekt querFELDein hat das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) eine Plattform für Fakten, Innovationen und verschiedene Perspektiven rund um das Thema Landwirtschaft der Zukunft geschaffen. Hier soll ein Dialog zwischen Expert*innen aus der Forschung, Akteur*innen aus der Landwirtschaft und Fachfremden entstehen.

Aus dem Automaten gibt es schon Snacks, Kaffee und nun auch Antworten auf wissenschaftliche Fragen. Das Projekt „Frag-Mal-Mat“ des Vereins “CoLab – Das Community Labor e.V.” will  den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft herstellen. Fragen an die Wissenschaft, können dabei unter anderem per Automat an Forschende gerichtet werden.

Neurowissenschaften für Oberstufen-Schüler*innen greifbar machen – das ist das Ziel der Onlineplattform “VirtualBrainLab”. Denn oftmals sind Versuche im Bereich der Neurowissenschaften in der Schule schwer umsetzbar. Sandra Formella-Zimmermann war an der Konzeption beteiligt und gibt Einblicke in die Entstehung und Umsetzung des VirtualBrainLabs.

Gesine Born verknüpft Wissenschaftskommunikation und Fotografie. Sie berichtet im Jobprofil, wie sie dazu kam, die Gesichter hinter der Forschung zu porträtieren und warum sie bei ihrer Arbeit besonderen Wert darauf legt, vor allem Frauen in der Wissenschaft sichtbarer zu machen.

Tipps für Datenvisualisierungen und zum transparenten Kommunizieren 

Wie man grafische Darstellungen optimal für verschiedene Datensätze nutzen kann, zeigt die englischsprachige Leitlinie der University of Wisconsin. Es werden unterschiedliche Gestaltungsmöglichkeiten vorgestellt und aufgezeigt, welche Fehler zu vermeiden sind, um Daten verständlich zu visualisieren.

Wie funktioniert gute, transparente und handlungsorientierte Wissenschaftskommunikation? Diese Frage stellte sich der pädagogische Psychologe Thomas Martens aus Sicht der Motivationspsychologie und verfasste dazu 15 Tipps für Wissenschaftler*innen.

Foto: Javier Allegue Barros


Wissenschaftskommunikation.de ist ein gemeinsames Portal von Wissenschaft im Dialog (WiD), dem Nationalen Institut für Wissenschaftskommunikation(NaWiK) und dem Teilinstitut Wissenschaftskommunikation am Institut für Technikzukünfte des Karlsruher Institut für Technologie (KIT).

Diese News aus der #Wisskomm hat Annika Wormer, FSJlerin am NaWik, und Miriam Frieß, Praktikantin am NaWik, für Sie zusammengestellt.